Das Jahr ist fast vorbei. Das bedeutet, dass der 1. Vorsitzende von Rette ein Kinderleben e.V. seinen jährlichen Besuch aller Kinderheime in Brasilien abgeschlossen hat. Hier sein diesjähriger Reisebericht:
Nicht alles war diesmal so rosarot, wie durch einige dieser mitgebrachten Spielzeugbrillen gesehen…
Es ging schon los mit dem Hinflug: Der war fast gar nicht zu bekommen, denn Brasilien war in diesem Jahr Gastgeber einer Welt-Klimakonferenz in der Stadt Belém im Bundesstaat Pará. Um da hin zu kommen, muss man in den meisten Fällen über São Paulo fliegen. Und das ist, seit CONDOR Südamerika komplett aus dem Flugplan gestrichen hat, üblicherweise auch mein 1. Ziel der Reise. Aber wenn tausende Journalisten die Flüge voll buchen, dann musste ich sehen, wo ich bleibe. Da gab es zum Glück ein Schlupfloch: Porto in Portugal. Da war ich zuletzt vor 23 Jahren mal auf Kurzurlaub. Von dort bietet die Brasilianische Fluggesellschaft AZUL einen Direktflug nach Recife an. (In der Praxis ist der Flieger aber ein sog. „Wet-Lease“ von „Hi-Fly“, was soviel bedeutet wie: Der Name ist AZUL, alles andere wie Flugzeug, Crew, Kabinenpersonal usw. sind von Hi-Fly.)
Und so kam ich nach Jahren wieder Mal nach Portugal. Es regnete nicht nur, es Blitzte und Donnerte gewaltig. Ein bestellter, geführter Rundgang durch die Altstadt mit Bootsfahrt auf dem Douro und Seilbahnfahrt fiel daher leider komplett ins Wasser.
Aber so kam ich letztendlich direkt nach Recife, ohne den langen, meist 7-8 stündigen (aber günstigeren) Umweg über São Paulo. Der Flug war nicht schlechter, als ich es z.B. von Lufthansa gewohnt bin. Aber eben auch deutlich teurer.
Und dann ging mir am ersten Tag im Hinterland der Mietwagen kaputt. Dieser Honda war so schön bequem… Ich hatte ihn als kostenloses Upgrade zum bestellen Kleinwagen erhalten. Aber dann war da Nachts auf der Straße urplötzlich ein großes Loch, welches ich nicht gesehen hatte. Der Unterboden setzt auf und das Drama nahm seinen Lauf. Ich hatte gleich ein ungutes Gefühl, dass die Ölwanne vielleicht defekt ein könnte. Aber zu meiner Überraschung fuhr der Wagen noch den ganzen nächsten Tag. Erst abends, bei der Rückfahrt, keine 500m vor dem Hotel in Serra Talhada meldete der Bordcomputer, dass der Öldruck zu niedrig sei. OK, kurz stehen geblieben und 3m Rückwärts gefahren: Ölfleck auf den Boden. Vorsichtig die letzten paar Meter zum Hotelparkplatz gefahren und den Motor ausgemacht.
Die Mietwagenfirma ist über 400km entfernt. Also habe ich versucht, die kostenlose Nummer anzurufen, die auf dem Schlüsselanhänger angegeben war. Aber das hat mich von 21:00h abends bis ca. 10:00h morgens viele, viele Versuche gekostet, bis ich endlich eine kompetente Mitarbeiterin sprechen konnte und mein Problem geschildert hatte. Seit Stunden durch zig verschachtelte Telefonmenüs und endlose Wartemusik genervt war das ein Segen. Sie hat dann das Abschleppen des Wagens beauftragt. Einen gleichwertigen Austauschwagen würde ich in der nächstgelegenen Filiale erhalten. Die wäre in Juazeiro do Norte. Etwa 3 Stunden Autofahrt entfernt. Nachdem mich Sra. Eliane Cristina (oben im Bild) , die Heimleiterin des 30min. entfernten Heimes 127 „aufgelesen“ hatte, warteten wir knapp 2 Std. auf den Abschleppwagen. Der kam zwar aus dem selben Ort, aber eilig hatte er es nicht. Anschließend fuhren wir in ihrem Wagen bis in die Dunkelheit hinein zum Flughafen von Juazeiro do Norte. Die Mitarbeiterin vor Ort sagte mir dann: Kein Problem, der Wagen ist in 2 Std. fertig, denn er muss erst noch gewaschen werden… Nein, ungewaschen können sie ihn mir nicht geben. Company-Policy.
In stockdunkler Nacht fuhren wir dann den langen Weg zurück nach Serra Talhada. Sie in ihrem VW und ich vorneweg in einem schönen Jeep Compass.
Auch großes Pech hatte ein anderes Vorstandsmitglied unseres Vereins. Unser Schriftführer hatte einem seiner Patenkinder eine Feier zum 15. Geburtag geschenkt. Da wollte er natürlich, nebst PlusOne, gerne mitfeiern. Sein Versuch scheiterte aber nach dem 1. Flug dann am Weiterflug von Frankfurt aus. Von dort gab es für beide kein Weiterkommen nach Brasilien. (StandBy – Warteliste voll) Letztendlich fuhren beide dann nach einigen Stunden mit dem Zug wieder zurück nach Hause.
Ich habe ihn dann bestmöglich auf dem Fest in Araçoiaba vertreten.
Aus finanziellen Gründen veranstaltet der Verein diese Feste eigentlich nicht mehr. Die letzten beiden, inklusive diesem, wurden aber von Paten für die eigenen Patenkinder gesondert finanziert. Möchten Sie Ihrem Patenkind (nur Mädchen) ein „Festa de 15 anos“ schenken, dann melden Sie sich doch einfach mal in unserem Büro oder per Kontaktformular. Dann können wir ins Detail gehen.
Das größte Pech hatte aber ohne Zweifel dieser Motorradfahrer, der unter die Räder eines langen LKW gekommen war. Das war in den letzten Jahren sicher das 5. Mal, dass ich solche Sitationen sehe. Auch einen Mord auf offener Straße, keine 50m entfernt habe ich schon miterlebt. Eine „Drogengeschichte“.
Natürlich habe ich überlegt, ob ich dieses Bild zeigen soll oder nicht. Ich habe mich dafür entschieden um zu zeigen, dass Brasilien eben nicht nur „Sonne, Palmen und fröhliche Patenkinder“ bedeutet. Die Realität ist nicht selten sehr brutal.
Straßenverkehr in Brasilien bringt immer wieder extrem gefährliche Situationen mit sich. Insbesondere ab 18:00h, wenn es „urplötzlich“ stockdunkel ist. Die Sonne „fällt“ so nah am Äquator praktisch in wenigen Minuten vom Himmel. Dann hat man unbeleuchtete Fahrzeuge, Tiere, Fahrräder , Fußgänger auf der Straße, die man manchmal erst im allerletzten Momant sieht.
Ich habe schon bei meinem allerersten Besuch in Brasilien festgestellt: Nachts hier Autofahren ist wie ein Computerspiel. Aber man hat keine 3 Leben…
Auch das sieht man ab und zu am Straßenrand. Wilde Siedlungen aus „Bruchbuden“. Schöner kann man es nicht bezeichnen. Da wird „was auch immer“ aufgelesen und man baut sich daraus ein Dach über dem Kopf.
Diese Leute haben absolut nichts. Kein Wasser zum Waschen, kein Strom, kaum zu Essen. Dieses Bild habe ich ca. 10km von der nächsten Stadt entfernt aufgenommen. Ich konnte mich mit 2 Frauen dort unterhalten. Ich habe gefragt ob dort auch Kinder leben. Ja, einige. Sie werden mit einem Schulbus abgeholt und zum Unterrricht in die nächste Stadt gebracht. Wenigstens etwas…
Wie gut haben es da doch diese internen Patenkinder in unserem Heim 125 in Princesa Isabel-PB. Ein sauberes Bett, Duschen, 4 mal täglich Essen, Fernseher, Computer und auch gemeinsame Hausaufgaben.
Im letzten Beitrag unter „Neues“ wurde berichtet, dass wir diese Kinder nicht weiter „intern“ im Heim betreuen können und sie wieder die ganze Woche über bei der Familie leben müssen. Das konnte zum Glück abgewendet werden. Durch mehrere Maßnahmen, die leider u.a. auch die Kündigung für 2 langjährige Mitarbeiterinnen bedeuten, konnte die Finanzierung für die nächsten Monate gesichert werden.
Interne Kinder haben meist ein problematisches zu Hause. Um nur ein Beispiel zu nennen: Das 10 jährige Mädchen, dass dieses Foto aufgenommen hat, kommt meist erst am Dienstag nach der Schule ins Heim. Ihre Mutter arbeitet am Wochenende zu Hause als Prostituierte. Das Patenkind muss derweil auf mehrere kleinere Geschwister aufpassen. Oft ist sie dann so müde, dass sie Montags morgens gar nicht wach wird und nicht zur Schule gehen kann. Ein so liebes Mädchen mit so vielen Problemen. Nur wenn sie im Heim ist, dann kann sie all das für einige Tage hinter sich lassen und mit den anderen Mädchen spielen und tanzen…ein Kind sein.
Ich habe diesmal viele Familien zu Hause besucht. Familien, bei denen mir das zuständige Heim mitgeteilt hatte, dass es da Probleme gibt.
Bei diesem Bild genieße ich die schöne Aussicht von einem Sítio in den Bergen bis zur Stadt Santa Cruz da Baixa Verde-PE im Hintergrund. In dem einfachen Haus, welches zu diesem Grundstück gehört, wohnt ein 11 jähriges Mädchen mit seiner Mutter. Die Mutter läßt das Kind nicht mehr im Heim schlafen. Es soll sofort nach der Schule nach Hause kommen und ihr helfen. Warum? Weil die Mutter schwerste Depressionen hat und mit ihrem eigenen Leben nicht mehr wirklich klar kommt. Sie schafft es nicht im Haus aufzuräumen oder zu kochen. Um alles muss sich die 11 jährige Tochter kümmern. Der 14 jährige Sohn ist sich dafür zu fein. Er geht auch nur in die Schule, wenn er Lust dazu hat. Da das nicht immer der Fall ist, hat der Staat der Familie die „Bolsa Família“ gestrichen. Das ist eine Art Sozialhilfe, die aber zwingend an den Schulbesuch der Kinder geknüpft ist.
Und so ist dieses wirklich extrem lebensfrohe 11 jährige Mädchen wie in einer „dunklen Grotte“ gefangen. Sie war ein „internes“ Kind in unserem Heim 127, solange die Mutter längere Zeit in einem Krankenhaus behandelt wurde. Sie blüht im Heim extrem auf.
Letztendlich war es mir möglich mit der Mutter zu vereinbaren, dass das Mädchen nicht gleich um 12:00h nach der Schule nach Hause fährt, sondern erst mit dem letzten Schulbus um 16:30h fährt und nach der Schule erstmal ins Heim kommt, wo sie essen, duschen und spielen kann.
Der nächste komplizierte Fall. Sie ist ein tolles, liebes Kind. 9 Jahre alt. Braucht dringend Nachhilfe, denn die schulischen Leistungen sind nicht „berauschend“. Aber sie darf nur 2 Mal in der Woche für jeweils 1 Std. ins Heim kommen ?!
OK, erstmal zur Mutter gefahren um zu fragen, was da los ist. Eine relativ verwahrloste Wohnung. Ein Wäscheberg auf dem Sofa, aus dem sich das Mädchen andere Anziehsachen herauszieht. Die Mutter mit einer seitlich zerrissenen Bluse. Der Fernseher neben dem Kühlschrank läuft, ein Kleinkind schreit. Diese Frau hat nach meiner Meinung ihr Leben nicht so ganz im Griff. Aber es würde nicht an ihr liegen. Sie hätte nichts dagegen, wenn ihr Kind ins Heim kommt. Sie dürfe auch gerne da schlafen, denn (sie öffnet den leeren Kühlschrank) sie habe nichts zu Essen. Es sei der Vater, der den Besuch verbietet.
(Doch, sie hatte Essen im Haus, Reis, Bohnen, Nudeln… aber nichts frisches im Kühlschrank)
Gut, also zum Vater gefahren. Der lebt bei seiner 86jährigen Mutter und pflegt diese. Er hat keine eigene Wohnung, kein Auto oder Motorrad und er hilft der Mutter seiner Tochter auch nicht im Geringsten. Weder mit Geld noch bei der Erziehung. Aber er darf, weil er der „Erzeuger“ ist, bestimmen, was das Kind zu machen hat. Er verbietet dem Mädchen öfter ins Heim zu kommen. Wir haben uns eine Weile freundlich unterhalten und ich habe ihm nochmal vor Augen geführt, wie sehr es dem Mädchen helfen würde, wenn sie täglich zur Nachhilfe und zum Spielen kommen könnte.
Letztendlich hat der Vater nach unserem Gespräch weiterhin der Tochter verboten öfter als 2 mal pro Woche ins Heim zu kommen. Und großen Ärger hat sie auch mit ihm bekommen, weil sie mich zu ihm gebracht hatte…
Ich habe unsere Heimleiterin Sra. Eliane Cristina gefragt, wie gut denn der Kontakt zum „Conselho Tutelar“ ist. Das ist so etwas ähnliches wie ein Jugendamt. Der wäre sogar sehr gut und man sei fast jede Woche im Gespräch. OK, die wollte ich auch gerne einmal kennenlernen.
Eine halbe Stunde später kamen sie auch schon zu dritt in unser Büro. Nach ein wenig Smalltalk habe ich nochmal das 9jährige Mädchen mit dem „komplizierten“ Vater gebeten ihre Wünsche und Sorgen zu erzählen. Das kam zwar nur stockend, aber die 3 haben verstanden, wo das Problem liegt. Da der Ort relativ „überschaubar“ ist kannte der Mann auf dem Foto sogar den Vater. Wir haben uns darauf verständigt, dass die 3 erneut den Vater aufsuchen und mit ihm ein Gepräch führen. Nicht sofort, aber in den nächsten Wochen.
Dann sprach ich auch den Fall mit der depressiven Mutter an. Sie hörten zum ersten Mal davon und haben mir versprochen, sich der Sache anzunehmen. Sie werden versuchen, dass die Mutter Medikamente erhält, damit sich ihre Situation verbessert, damit sich letztendlich auch die Situation der Tochter verbessert.
Einfacher als erwartet verlief es bei dieser „Ansprache“. Das Mädchen in der blauen Bluse war ein internes Kind und hatte die Woche über im Heim gelebt. Irgendwann kam es nicht mehr und die Heimleitung hatte keinen Erfolg das Mädchen wieder für das Heim zu gewinnen.
Hier gelang es mir relativ schnell (mit Händen und Füßen) das Kind zu überzeugen, dass unser Essen, unsere sauberen Betten und die vielen anderen Mädchen im Heim etwas wirklich schönes sind. Schon am nächsten Tag kam sie freiwillig wieder ins Heim.
Dann hatte ich in mehreren verschiedenen Heimen intensive Einzelgespräche mit Mädchen ab 13 Jahren.
Auslöser war ein Fall in einem ganz anderen, weit entfernten Heim, wo ein 12 jähriges Mädchen schwanger geworden war. Schon in den ersten Gesprächen stellte ich schnell fest, dass die Mädchen absolut keine Ahnung von Menstruation, Eizellen und schwanger werden haben. Weder die Mütter noch die Schulen haben diese Themen angesprochen. Ich weiß, dass so manche Mutter die ihren monatlichen Einkaufscoupon bei uns abholt, selbst schon mit 14 Jahren ihr erstes Kind bekommen hatte. Also gab es meiner Meinung nach dringenden Gesprächsbedarf mit den Mädchen.
Etwa dreiviertel der 13-14 jährigen Mädchen kannten ihren Körper gar nicht. Sie wussten nicht im Geringsten, was sie „da unten“ haben. Nach vielen Erklärungen haben sie die Zusammenhänge nun einigermaßen verstanden. Natürlich war immer die Heimleiterin mit bei diesen Gesprächen dabei. Zum Abschluß habe ich die Mädchen dann gebeten eine Kondompackung zu öffnen. Das Mädchen auf dem Foto ist gerade dabei, während ich von 10 schon auf 3 runter gezählt habe. Ich habe allen dann gezeigt, wie man eine solche Packung in weniger als 1 Sekunde öffnet und alle mussten dann das Kondom über einen umgedrehten Schraubenzieher ziehen. Bis auf ein Mädchen, welches es nicht schaffte auch im 5. Versuch eine Packung zu öffnen… Alle wissen nun, dass sie selbst dafür verantwortlich sind nicht schwanger zu werden und dass sie kostenlos Kondome im Heim oder beim „Posto de Saúde“ (Gesundheitsstützpunkt) bekommen können und das niemand lachen wird, wenn sie danach fragen. Ich habe richtig gemerkt, wie diese Mädchen „aufgewacht“ sind. Von ihren Müttern lernen sie lediglich still zu sein und nicht zu viel zu reden… Aber so kann das nix werden… Hoffentlich wenden sie dieses neue Wissen auch an, wenn es soweit ist und die Nacht heiß-, die Musik romantisch- und der Mond voll ist…
Alleine hier im Heim 126 hatte ich mit 7 der größeren Mädchen diese intensiven Gespräche samt „Workshop“. Eines der Mädchen ist bereits 17 Jahre alt und hat regelmäßig Sex mit ihrem Freund. Sie nimmt aber schon die Pille, die sie allerdings selbst bezahlen muss. In dem Alter bekommt sie vom Arzt auch schon ein Rezept. Bei 14-15 jährigen Mädchen warten die Ärzte lieber noch, bis der Körper weiter gewachsen ist.
Eine kleine Gruppe von „externen“ Patenkindern, die zur Hausaufgabenbetreuung ins Heim kamen, mussten sich meinen „Standardvortrag“ darüber anhören, wie wichtig gute Noten in der Schule sind. Wir geben uns in den Heimen alle erdenkliche Mühe um den Kindern zu helfen, damit sie später einmal auf eigenen Beinen stehen können und nicht auf Hilfsleistungen angewiesen sind.
In Princesa Isabel hatte ich im letzten Jahr während einer Hochzeitsfeier den Bürgermeister kennengelernt. In diesem Jahr ist er zwar kein Bürgermeister mehr (weil er die letzte Wahl verloren hat) aber er kam im Schlepptau des neuen Bürgermeisters (gelbes Hemd) zu einem ersten Besuch in unser Heim 125. Es stellte sich schnell raus, dass der „alte“ weiterhin die Fäden zieht und der „neue“ eigentlich nur freundlich lächelt… Versprochen hat er wieder einmal viel, aber das tut er offensichtlich gerne… Mal sehen, ob das Heim tatsächlich einen monatlichen Zuschuß von der Stadt in Höhe von rund 80€ bekommt. Und Eier hat er versprochen. 10 Stiegen voll…und Solar sollten wir auf dem Dach anbringen. Er kennt da jemanden…
Gut, ich habe ihm dann freundlich erklärt, dass ein Pate für sein Kind spendet und nicht für das Haus…
Unsere Gabi im Heim 128 in Manaíra-PB hat jetzt auch endlich eine Synology NAS bekommen.
Damit haben nun alle Heime die gleiche Ausstattung mit je einem Windows 11 Notebook (Asus Vivobook 15) und einer Synology NAS zur kontinuierlichen Datensicherung vor Ort. Zusätzlich sichern wir alle Daten der (WolkeSicher) Cloud noch 2 Mal in Deutschland auf getrennte Synology NAS Systeme.
Gabi war die Erste mit einem Notebook vor über einem Jahr und nun die Letzte mit der Datensicherung 🙂
(Sagte ich schon, dass ich im früheren Leben einmal PC- und Netzwerkadministrator in größeren Firmen war? Mehrere MCITP Titel hab ich auch…)
Mit Gabi war ich dann auch bei dieser „Bruchbude“, von der im letzten „Neues“ Beitrag die Rede war. Der Vater Alkoholiker, die Mutter schon mit allereinfachsten Dingen überfordert, die 4 Kinder allesamt „auffällig“, die beiden größeren „grottenschlecht“ in der Schule…
Nein, sie hätten keine Möglichkeit mehr eine Wohnung zu mieten. Immer wieder die gleiche, dumme Antwort. Ich bin richtig wütend geworden! Sie bekommen monatlich rund R$900 (~140€) „Bolsa Família“ vom Staat, können aber angeblich keine R$170 (~27€) aufbringen, um ein Haus zu mieten… Meine Vermutung ist, dass der Vater entweder alles versäuft oder dass er Schulden bei einem Kredithai hat, oder beides oder nur doof…
Zum Glück hatte der Pate zu Weihnachten eine Sonderspende geschickt. Von dem Geld hat Gabi nun ein Haus für die Familie gemietet. Zunächst für 3 Monate, denn dann sollen die Häuser fertig sein, die der Bundesstaat baut und kostenlos an Bedürftige verteilt. Auch diese Familie soll eines der Häuser bekommen, aber der Vater will nicht. Es wäre zu weit weg von der Stadt… Wohl eher zu weit weg von seiner Bar wo er sich ständig besäuft…
Soll ich die Patenschaft beenden und die Familie sich selbst überlassen? Eher nicht, denn wahrscheinlich hätten die Kinder dann nichts mehr zu essen…
Da fällt mir gerade ein, ich hab ja noch gar nichts zu dem Titelbild ganz oben gesagt. Das ist der Strand am östlichsten Punkt von ganz Amerika. Das liegt in der Stadt João Pessoa, der Bundeshauptstadt des Staates Paraíba. OK, sieht nicht sehr einladend aus. Es war auch auch morgens um 05:00h zum Sonnenaufgang. Etwas später wird dann da auch aufgeräumt werden. Hoffentlich…
Was man auf diesem Bild sieht ist zwar verboten, aber wen interessiert das schon: Brandrodung.
Sieht man alle paar Kilometer. Manchmal nur ein kleines Feld, hier wird gleich ein größeres Stück abgefackelt. Insbesondere abgeerntete Zuckerrohrfelder gehen nachts urplötzlich in Flammen auf…
Manchmal hat es wenigstens den Vorteil, dass der ganze Müll, der sich in der Natur verteilt, mit verbrannt wird…
So sieht es gerade auf dem Weg von und nach Triunfo-PE aus. Da wird eine alte, zig mal geflickte Schlaglochpiste von Grund auf saniert. Das wird bestimmt einmal schön werden. Aktuell steht man bei brütender Sonne schonmal 30min. vor einem „Para“ (Stop) Schild und wartet bis der Gegenverkehr die Baustelle passiert hat…
Ach… Das wollte ich noch loswerden. Im letzten Jahr hatte ich von „Big Bada Boom“ berichtet. Der großen Explosion um den Fels für eine neue Straße zu beseitigen. Hier ist sie nun: Die neueste und schönste Straße, die die Städte Santa Cruz da Baixa Verde-PE und Manaíra-PB miteinander verbindet. Keine staubige RüttelSchüttelPiste mehr.
In dem Zusammenhang habe ich mehrere Videos aufgenommen. Eines davon kommt hier gleich anschließend. Es zeigt ( in 25min.) die 30minütige Fahrt von Serra Talhada-PE nach Santa Cruz da Baixa Verde-PE. Wenn Sie mal einen Eindruck haben möchten, wie das so aussieht, dann lehnen Sie sich gemütlich zurück und klicken Sie auf den Startknopf:
Dieses kleine Mädchen hat noch keinen Paten. Kennen Sie jemanden, der ihr helfen- und eine Chance geben möchte? Danke! Nummer 125CSA-305





